PRIMO MEDICO gratuliert: 75 Jahre Zentrum für Diabetologie Hamburg

Dr. med. Matthias Riedl und sein Team
medicum Hamburg – 75 Jahre Zentrum für Diabetologie

Von einer einfachen Verteilstelle für Insulin hat sich das Diabeteszentrum des medicum Hamburg in den vergangenen Jahrzehnten zur führenden Einrichtung für Remissionsbehandlungen des Typ-2-Diabetes und einem interdisziplinären Zentrum für Diabetes, Ernährungsmedizin und der angrenzenden Fachgebiete entwickelt, geschätzt von Diabetiker aus ganz Deutschland und der Welt.  Primo Medico gratuliert Dr. med. Matthias Riedl, bekannt als „Ernährungs-Doc“ im NDR Fernsehen, sowie Geschäftsführer und Ärztlicher Leiter im medicum Hamburg, und zieht Bilanz.

Interview: Susanne Amrhein, Primo Medico

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Was sind die bahnbrechendsten Veränderungen, die sich in den vergangenen 75 Jahren in der Behandlung von Diabetikern ergeben haben?

medicum Hamburg Praxis
medicum – die Praxis

Dr. Riedl: „In den Anfängen der Diabetes-Therapie wurden noch Glasspritzen verwendet, bei denen die Patienten die dicken Nadeln selbst schleifen mussten.  Heutzutage verwenden wir haarfeine Einmalnadeln. Zudem war früher noch keine Blutzuckermessung möglich. Wenn Patienten viel Wasser lassen mussten, wurde das als Zeichen gedeutet, auch viel Insulin zu spritzen. Wenn sie zitterig waren, wussten sie, dass es zu viel war. Vor vierzig Jahren wurde dann eine Farbskala entwickelt, mit deren Hilfe man den Blutzuckerspiegel ablesen konnte. Kurz darauf kamen die ersten Messgeräte auf den Markt und die intensivierte Insulintherapie nahm ihren Anfang, bei der zwischen Basis-Insulin und Mahlzeiten-Insulin differenziert wurde. Ein weiterer Meilenstein war die Erfindung der Insulinpumpe, mit der heutzutage jedes Kind mit Typ 1-Diabetes versorgt wird. Ein weiterer Meilenstein ist vor etwa fünfzehn Jahren mit der kontinuierlichen Glukosemessung hinzugekommen, die permanent Blutzuckerwerte zur Verfügung stellen kann und mit einem akustischen Alarm reagiert, falls der Blutzucker sinkt. Diese letzten beiden Errungenschaften entsprechen der Funktion einer künstlichen Bauchspeicheldrüse. In den vergangenen sieben bis zehn Jahren wurden außerdem neue Diabetesmedikamente auf den Markt gebracht, die Diabetikern helfen, im Jahr bis zu zehn Kilogramm abzunehmen und dadurch auch dazu beitragen, den Bluthochdruck und das Schlaganfallsrisiko zu reduzieren. Auf unsere eigene Praxis bezogen haben wir bereits vor zwanzig Jahren eine Kombination aus den Schwerpunkten Diabetes- und Ernährungsmedizin ins Leben gerufen. Dabei steht die Ernährungstherapie statt einer Diabetesschulung im Vordergrund und vor allem auch das Erreichen einer Remission des Diabetes. Wir streben statt einer dauerhaften Insulintherapie eine Heilung des Diabetes an.

Was kann ein Diabeteszentrum, was ein Hausarzt bei der Diabetesvorsorge nicht kann?

medicum Hamburg - Empfangsbereich
medicum Hamburg – Empfangsbereich

Dr. Riedl: „Ein Diabeteszentrum wie bei uns im medicum können sie sich vorstellen, wie eine Autowerkstatt, die sämtliche Reparaturen rund ums Auto anbietet. Wenn man in diesem Bild bleibt, kann der Hausarzt im Rahmen der Diabetesvorsorge vielleicht den Motor notdürftig reparieren, muss sie dann aber für weitere Arbeiten zum Glaser, Lackierer oder Reifenhersteller schicken. Als Diabeteszentrum haben wir den gesamten Patienten im Blick, nicht nur die Funktion seiner Bauchspeicheldrüse. Wir kümmern uns um die kardiologische Vorsorge, bieten Unterstützung bei psychologischen Belastungen, haben eine Nephrologin und eine Fußambulanz im Haus. Unsere Ärzte kommunizieren miteinander und stimmen die Therapien miteinander ab. Für unsere Patienten hat das den Vorteil, dass sie alles unter einem Dach erledigen können und sie sich viel Rennerei und Zeit sparen. Wir sind nicht nur das älteste, sondern auch das größte Diabeteszentrum Europas. Ein französisches Institut hat uns gerade einen deutlichen Mehrwert gegenüber einer Normalbetreuung von Diabetikern bescheinigt.“

Was haben Sie sich bis zum nächsten Jubiläum in fünf Jahren vorgenommen?

Dr. Riedl: „Das nächste große Projekt, was wir bereits angeschoben haben,  ist  die Erweiterung um eine gastroenterologische Sprechstunde. Fast die Hälfte der ernährungsmedizinischen Patienten hat Beschwerden im Bauch. Hier werden wir in Zukunft eng mit den Abteilungen der Uni Lübeck und der Asklepios-Klinik St. Georg zusammen arbeiten. Auch im Bereich  der digitalen Sprechstunde gehen wir neue Wege. Schon heute gibt es telemedizinische Beratungen. Die sind besonders ideal für Patienten  mit weiter Anfahrt.  In Zukunft  bieten wir dazu auch eine App an, die wir gerade entwickeln.

Wie feiern Sie und das Team des Diabeteszentrum Ihr Jubiliäum?

Dr. Riedl: „Der große Tag selbst ist der 13. September 2019. Für ein Jubiläums-Symposium konnten wir unter anderem Prof. Dr. med. Andreas Michalsen, Spezialist für Fasten- und Ernährungsmedizin der Berliner Charité, gewinnen.  Es wird Grußworte der Hamburger Gesundheitssenatorin, Cornelia Prüfer-Storcks, geben und meine „Ernährungs-Doc“-Kollegen, Frau Dr. med. Anne Fleck und Dr. med. Jörn Klasen, kommen auch. Am Abend feiern wir mit unseren etwa einhundert Mitarbeitern bei Tanz und Musik auf einem gemieteten Ponton in der Hamburger City Süd.“

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